Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Alaska und das Yukon Territory

vom 10. Juli bis 01. August 2004

Donnerstag 15. Juli 2004

Seward - Whittier - Valdez

In der letzten Nacht haben wir sehr gut geschlafen. Die gute Seeluft und der lange Tag haben viel dazu beigetragen. Wir stehen um 7 Uhr auf und bevor wir zum Frühstück gehen, telefonieren wir noch mit unseren Familien. Das ist eben nur  vormittags möglich, denn wenn wir im nächsten Hotel sind, ist es in Deutschland tiefe Nacht. Direkt gegenüber von unserem Blockhaus ist das Resurrection-Restaurant und da wir nicht in den Ort fahren wollen, gehen wir die 50 Meter bis dahin. Im Restaurant werden wir vor die Wahl gestellt. Entweder wir nehmen für 13 Dollar das reichhaltige Buffet oder wir essen a’ la Carte. Wir verhalten uns salomonisch und teilen das Frühstück. Anja nimmt die Karte und ich entscheide mich für das Buffet. Zuerst hebe ich die Kupferdeckel einiger Warmhaltebehälter an. Was ich da sehe, erfreut mein Herz nicht gerade. Halb verbrannte Kartoffeln, ein eingetrockneter Rest Rührei, spiralförmig gedrehter Speck und in Fett schwimmende Würstchen. So etwas hatte ich auf allen Reisen vorher noch nicht erlebt. Ich gehe zu der jungen Dame die die Tische zuweist und sage ihr zumindest den Fehlbestand des Rühreies. Danach suche ich pingelig ein paar normale Kartoffelstücke heraus und halbwegs glatte Speckstreifen. Ein gebutterter Toast fällt mir auch noch zu. Damit gehe ich grummelnd und etwas sickig zum Tisch und beäuge während des Frühstückens misstrauisch die leere Pfanne mit dem Ei. Ich bin mit meinen Resten fast fertig, als endlich Nachschub an Ei kommt. Natürlich bin ich nicht der Einzige, der auf Ei wartet. Ruck Zuck stehen gleich mal eben 6 Leute vor der Pfanne mit dem Kupferdeckel. Ich bekomme noch eine gute Portion ab, aber die Gäste hinter mir schauen erneut in die Röhre. Anjas Frühstück ist in Ordnung, aber was soll man auch bei Toast und Marmelade groß falsch machen können? Nicht das der Eindruck entsteht, das Hotel sei schlecht. Im Gegenteil, die Seward Windsong Lodge ist ein sehr gutes Hotel und ist eines der Besten auf der ganzen Reise. Die Zimmer mit ihrer Lage mitten im Wald sind wirklich sehr gut. Nur das Restaurant ist zumindest an diesem Tag eine Katastrophe.
Um 8.30 Uhr „haben wir fertig“ und brechen zum Exit Glacier auf. Das Hotel liegt direkt an der Straße zum Gletscher und wir fahren nur knapp 15 Minuten gemütlich bis zum Parkplatz. Schon auf der Fahrt zum Exit Gletscher sieht man sehr beeindruckend, was mit Mutter Erde und der globalen Erwärmung los ist. Schon mehrere Kilometer vor dem Parkplatz sehen wir am Straßenrand kleine Holztafeln im Boden stecken, die mit Jahreszahlen beschriftet sind. Ich habe mir die erste Zahl leider nicht gemerkt, aber es ist ein gewaltiges Stück Strecke, die der Gletscher in den letzten ca. 100 Jahren zurück geschmolzen ist. Wir stellen den Leihwagen auf den Parkplatz und müssen uns erst einmal orientieren. Am Beginn des Fußweges zum Gletscher gibt es eine Toilettenanlage und eine große Orientierungstafel. Es gibt mehrere Wege zum Gletscher und einer führt zu seinem unteren Ende. Da uns jetzt am frühen Morgen nicht nach Bergsteigen zu Mute ist, wählen wir den vermeintlich leichteren Weg und marschieren los. Nach 10 Gehminuten, teilweise auf und ab und durch Gestrüpp, stehen wir an einem unpassierbaren Hindernis. Der Gletscherbach führt derart viel Wasser, dass sein Überqueren für uns unmöglich ist, jedenfalls nicht ohne hohe Gummistiefel. Wir suchen das Ufer nach einer Art Furt ab, aber wir finden nichts. Zerknirscht machen wir uns auf den Rückweg, der natürlich jetzt die erste Hälfte wieder Bergauf geht. Aber wir möchten gerne doch einmal an den Gletscher sehr nahe heran. An der ersten Weggabelung entdecken wir ein Schild mit einem beschrifteten Pfeil zum Gletscher. Leider wird es nun noch steiler und die Kameraausrüstung wird immer schwerer. Aber auch diese Hürde ist nach 15 Minuten geschafft und die Enttäuschung ist sehr groß. Wir kommen nicht an das Eis heran. In den felsigen Untergrund sind Eisenstangen eingelassen, die mit Seilen verbunden sind und Warntafeln tragen. Auf denen steht, dass Lebensgefahr besteht, wenn man zu nahe an den Gletscher herangeht. Jedenfalls geschieht dies auf eigenes Risiko. Das ist uns viel zu heikel, da auch keine weiteren Touristen weit und breit zu sehen sind. So machen wir uns nach ein paar Aufnahmen wieder auf den Rückweg zum Auto, was bergab natürlich viel leichter geht.
Um 9.50 Uhr sind wir wieder in unserem Zimmer, packen die Koffer zusammen und verstauen alles im Leihwagen. Auf jeden Fall steht fest, dass, wenn wir jemals wieder nach Seward kommen sollten, wir wieder in diesem schönen Hotel sein werden. Gegessen wird dann aber außerhalb. Wir geben noch den Schlüssel an der Rezeption im Hauptgebäude ab und fahren nach Seward hinein, da wir noch tanken müssen. Der Tank ist voll, wir haben noch Kekse und Kit Kat gekauft und sind bereits um 10.30 Uhr auf dem Weg nach Whittier.
Die Fahrt verläuft völlig ereignislos und wir kommen sehr gut voran. Erstaunlicherweise wird das Wetter hinter Moose Pass wieder besser und sogar sehr schön. Genau wie gestern, als wir aus Homer kamen. Das schlechte Wetter hängt scheinbar nur in der Seward-Bucht. Am Turnagain Arm fahren wir nach rechts in Richtung Portage Gletscher und Whittier. Aus den Augenwinkeln sehe ich plötzlich eine Elchkuh am Straßenrand im Gebüsch. Eine Vollbremsung will ich nicht machen und so rolle ich ohne Gas weiter zu einer Stelle, an der ich gefahrlos wenden kann. Da hier kein Verkehr ist, geht das auch problemlos. Ich fahre zurück und nach wenigen Metern sehen wir die Elchkuh immer noch am saftigen Grün der Büsche knabbern. Was wir nicht gesehen haben, sehen wir jetzt und können unser Glück kaum fassen. Die Elchkuh hat ein Kälbchen, dass der Mutter in geringem Abstand folgt. Im Gebüsch hatten wir es glatt übersehen, dafür ist die Freude jetzt umso größer. Sie trottet mit ihrem Kalb immer am Straßensaum entlang und ich muss das Fahrzeug mehrmals zurücksetzen, damit wir die Tiere immer schön vor unseren Linsen haben. Da die Beiden aber immer schneller werden, muss ich dann doch vorwärts fahren und wenden. Da ausgerechnet jetzt mehrere andere Fahrzeuge kommen, ist das auf dieser Landstraße gar nicht so einfach. Als ich es endlich geschafft habe, möchten wir natürlich so schnell wie möglich zu unseren Tieren zurück. Beinahe hätte sich aber ein Drama abgespielt. Als wir uns der Stelle mit den Tieren nähern, müssen die vor uns fahrenden Fahrzeuge alle scharf abbremsen. Die Elchkuh verlässt ganz plötzlich den Straßenrand und wechselt über die Fahrbahn zur anderen Seite, das Kalb natürlich hinterher. Es ist nichts passiert, aber man muss hier in Alaska immer mit allem rechnen, vor allem mit plötzlichen Wildwechseln. In Alaska werden jährlich mehrere hundert Elche überfahren und es bleiben nicht immer nur die Tiere auf der Strecke.
Es ist 12.10 Uhr und wir lassen den Portage See mit dem Gletscher rechts liegen, fahren durch einen kurzen Straßentunnel und stehen nach weiteren 5 Minuten und um 12 Dollar leichter vor dem Anton Anderson Memorial Tunnel. Dieser Tunnel war ein reiner Eisenbahntunnel und die Fahrzeuge nach und von Whittier wurden auf Eisenbahnwaggons verladen. Der Tunnel wurde umgebaut und so dürfen seit Sommer 2000 auch PKW’s direkt durch den Tunnel fahren. Da er einspurig ist, darf man wechselweise alle halbe Stunde hindurch. Unsere Zeit der Durchfahrt ist 12.30 Uhr und so haben wir noch 20 Minuten Zeit. Pünktlich wechselt die Ampel über Spur 1 vom roten Licht auf das grüne Licht und wir dürfen anfahren. Weit kommen wir nicht, da nach jedem Fahrzeug die Ampel wieder mehrere Sekunden lang rot anzeigt. Die Fahrzeuge sollen etwas mehr Abstand erhalten und nicht so dicht hintereinander her fahren. Da aber manche vor uns sofort mit Vollgas losdüsen, ist diese Absicht nicht praxistauglich. Auch das Lichtzeichen für uns wechselt auf grün und ich fahre los. Bis zur Tunneleinfahrt sind es rund 200 Meter. Die Straße biegt auf die Eisenbahnschienen ab und wir fahren jetzt auf dem blanken Metall in den Tunnel ein. Es wird finster und nur spärlich leuchtende Lampen glimmen mit rötlichem Licht. Nach fünfzig Metern im Tunnel wird es auch noch nass und unser Wagen tanzt in den Schienen wie ein Lämmerschwanz. Ich fummle im Dunklen an der 4-Rad-Einstellung am Cockpit herum, aber das Herumwedeln des Autos wird kaum besser. Also halte ich das Steuer krampfhaft fest und versuche mein Bestes. Nach mindestens einem Liter Schweiß und 15 Minuten später sehen wir vor uns ein kleines weißes Licht und kurz danach sind wir erlöst. Direkt hinter dem Tunnel ist auf der linken Seite der Straße der Prince William Sound zu sehen und nach 500 Metern sind wir schon in Whittier. Wir haben keine Ahnung wo das Fährterminal ist und zu allem Überfluss stehen wir an der Ampel vor einer Baustelle. Da auch noch ein Zug rangiert, ist das Chaos perfekt. Bei grün fahren wir los und mitten in der Baustelle winkt uns ein Arbeiter mit Fahne nach links. Wir gehorchen und landen in einer Art Sackgasse. Anderen geht es ebenso, die haben schon gedreht, kommen aber auch nicht mehr voran. Von dem Terminal weit und breit ist nichts zu sehen. Da es bereits kurz nach 13 Uhr ist und die Fähre um 14 Uhr ablegen soll, wir aber mit dem Voucher noch unsere Tickets abholen müssen, breitet sich bei mir leichte Panik aus. Der winkende Bauarbeiter möchte, dass alle Autos nach rechts fahren, aber aus dieser Richtung kamen wir ja und da war kein Terminal. Der Fahrer des Wagens vor mir gibt Gas und biegt einfach links ab. Ohne weiter nachzudenken fahre ich einfach hinterher und kann im Rückspiegel den heftig winkenden Bauarbeiter beobachten.
Keine Minute später stehen wir vor der Baracke der Alaska Marine Highway Schifffahrtsgesellschaft. Glück gehabt! Am Schalter ist kein Andrang und wir sind sofort dran und zeigen unser Voucher. Zuerst findet der freundliche Herr am Computer unsere Reservierung nicht, aber mithilfe einer genauso netten Dame klappt es schließlich. Sie sehen auf dem Bildschirm sogar, dass wir noch eine Fährfahrt von Skagway nach Haines haben und fragen uns, ob sie uns dafür schon die Bestätigung und sogar die Tickets ausdrucken sollen. Dieses freundliche Angebot nehmen wir natürlich gerne an. Dann schicken uns die Beiden auf Lane 2 und wir verlassen die Baracke. Wir brauchen nur um die Ecke zu fahren und ordnen uns als zweites Fahrzeug auf der zweiten Spur ein. Da auch das Fährschiff gerade anlegt, verflüchtigt sich unsere Nervosität schlagartig. Die Heckklappe des Schiffes öffnet sich und zuerst ergießt sich ein Strom Fußgänger aus dem Schiff. Danach fahren zuerst die Wohnmobile aus und dann die PKW. Jetzt setzt sich die Kolonne auf Spur eins in Bewegung. Einzeln fahren sie vor und werden von der Purserin, eine Art Zahlmeister für das Schiff, kontrolliert. Es ist genau 13.45 Uhr als wir an der Reihe sind. Die nette Dame möchte nicht nur unsere Fahrkarten sehen, sie verlangt sogar unsere Pässe. Natürlich haben wir die immer in Griffweite und so sind wir im nu auf dem Schiff. Zentimetergenau werden wir eingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, alle wertvollen und nötigen Sachen aus dem Fahrzeug mitzunehmen, da das Fahrzeugdeck während der gesamten Dauer der Überfahrt nicht mehr zugänglich sein wird. Also kramen wir unsere Kameras und Jacken von der Rückbank, verschließen den Wagen sorgfältig und wenden uns der Treppe zum Oberdeck zu. Wir müssen drei Decks klettern, bevor wir auf dem Passagierdeck angekommen sind. Unser Blick fällt auf das Schild neben der Tür, wir sind auf der MV Aurora. Wir orientieren uns zum Bug des Schiffes und ergattern vorne in der ersten Reihe etwas seitlich noch zwei schöne Plätze. Hier machen wir es uns erst einmal gemütlich und warten auf das Ablegen des Schiffes.
Es ist 14.10 Uhr und ich stehe mit meiner Kamera am Heck des Schiffes und beobachte, wie ein blauer Pick Up Truck rückwärts die Rampe herunterfährt. Dieses Fahrzeug ist scheinbar das letzte Auto für diese Fahrt, denn danach setzt sich sofort die Rampe nach oben in Bewegung. Sie ist kaum halb geschlossen, da schäumt das Wasser am Heck schon auf und langsam bewegt sich die Aurora vom Anlegesteg weg. Ich begebe mich wieder in die Passagierkabine zu Anja und setze mich neben sie. Nach einer halben Stunde Fahrt, es ist übrigens immer noch das schönste Wetter hier in Alaska, meldet sich über Mikrofon ein Nationalpark-Ranger. Er stellt sich mit einem kleinen Verstärker mit eingebautem Lautsprecher vor die Frontscheibe und beginnt, uns Passagieren einen Vortrag über den Prince-William-Sound zu halten. Er erzählt auch über die verschiedenen Fischarten und bittet einen Passagier, eine Tafel hochzuhalten. Darauf erkennen wir verschiedene Walarten, Tümmler und Delfine. Zum Abschluss erzählt er noch etwas von einem Umweg nach Chenega und das wir erst gegen 1 Uhr in der Nacht, also über 4 Stunden später, in Valdez ankommen werden. Mir fällt fast die Kinnlade herunter. Eigentlich sollten wir nach Plan bereits gegen 20.30 Uhr am Ziel sein und nicht mitten in der Nacht. Da müssen wir im Dunklen das Hotel suchen, einchecken und früh dann nach nur ein paar Stunden Schlaf weiter. Unmöglich, da haben wir uns bestimmt verhört. Nachdem der Ranger seinen Vortrag beendet hat und wieder an sein Pult im hinteren Teil des großen Raumes zurückgekehrt ist, fragen wir ihn einfach, ob wir uns verhört haben. Das haben wir nicht, er zeigt uns sogar auf einer Karte an der Wand den Ort Chenega. Er liegt auf einer Insel im südlichen Prince-William-Sound gegenüber Knight Island. Na Mahlzeit.
Übrigens Mahlzeit: Wir haben seit dem Frühstück im Hotel nichts mehr außer ein paar Keksen und einem Kit Kat zu uns genommen und verspüren einen leichten Hunger. Das Restaurant hat geöffnet und wir holen uns jeder ein Stück Kuchen und einen Saft. Es ist jetzt 16.20 Uhr und die erste Welle an hungrigen Passagieren ist schon durch.  Wir sind fast allein hier und nehmen einen Fensterplatz ein. Während wir den Kuchen essen, beobachte ich hin und wieder die Wasseroberfläche und halte nach Blasfontänen von Walen Ausschau. Wir möchten schon gern einmal einen Wal sehen, dafür sind wir ja auch nach Alaska gereist. Ganz weit entfern, selbst für ein zwanzigfach Zoomobjektiv zu weit, können wir gelegentlich einen Wal aus dem Wasser springen sehen. Der platscht dann eine Riesenfontäne erzeugend wieder ins Wasser zurück. Wir sind eben auf einer Fähre und nicht auf einem Ausflugsdampfer. Plötzlich bin ich wie elektrisiert. In zoomreichweite taucht in kurzen Abständen eine riesige Walflosse aus dem Wasser auf und schlägt nach unten. Ich starte die Videokamera und richte sie mit voller Vergrößerung auf das Tier, das auf der Seite liegt und immer wieder und wieder die Flosse aus dem Wasser hebt und nach unten schlägt. Ich filme diese Szene bestimmt fast zehn Minuten lang, ehe das Spektakel vorbei ist. Erst bei der Auswertung für den Schnitt zu Hause kann ich erkennen, was der kleine Monitorsucher mit nicht so deutlich gezeigt hat. Es scheint sich um den Kampf einer Buckelwalmutter mit Killerwalen zu handeln, die ihr Kalb schützt. Die kleine Rückenflosse des Kälbchens ist in der Vergrößerung zu erkennen und ein Orca, der von der Mutter aus dem Wasser geschleudert wird. Ich finde diese Aufnahmen sensationell und bin auch ein wenig stolz darauf.
Die Aurora zieht bei immer noch sehr schönem Wetter weiter unverdrossen ihre Bahn nach Chenega, das wir um 19.20 Uhr erreichen. Die Fähre macht fest und der hellblaue Pick Up Truck verlässt als einziges Fahrzeug das Schiff. Während des Anlegemanövers und dem Entladen des Autos unterhält eine Gruppe sehr junger Indianerkinder die Passagiere des Schiffes. Sie singen an die fünf Lieder, die eines der Kinder mit einer Handtrommel begleitet. Wir wissen nicht, wann das nächste Schiff nach Chenega kommt und die Kleinen erneut ran müssen, aber sie sollten die Zeit bis dahin nutzen und fleißig üben.
Die Fähre legt wieder ab und läuft nun mit nordöstlichem Kurs Richtung Valdez, immer parallel zur Küste von Knight Island. Ich stehe am Bug und beobachte die Wasseroberfläche. Immer wieder begleiten uns Tümmler oder Delfine, die vor dem Schiff herflitzen und aus dem Wasser springen. Seitlich an Backbord kann ich einen Mink Wal beobachten, der auf Nahrungssuche ist und oft seine Flossen zeigt. Um 21 Uhr holen wir uns noch Snickers und Cola um wach zu bleiben. Gegen 23 Uhr, es wird nun langsam dunkler, sind wir nahe am Columbia Icefield. Ab und zu treibt ein kleiner Eisberg am Schiff vorbei. Um 23.30 Uhr sind wir ganz nah am Icefield und es gibt viele Eisberge um das Schiff herum. Gelegentlich ist ein dumpfes Poltern zu hören, wenn ein größerer Eisbrocken in Höhe der Wasserlinie den Stahlrumpf des Schiffes trifft. Blutrot senkt sich die Sonne jetzt hinter den Horizont und lässt die Eisberge nur noch schemenhaft am Schiff vorbei erscheinen. Wie in Homer schon beschrieben wird es nicht stockfinstere Nacht hier oben. Ein leichter, heller Schein liegt noch über dem Horizont, als wir um 0.44 Uhr die grüne Tonne in der Einfahrt in den Valdez Narrows passieren. Auf der Backbordseite funkeln die Lichter der Stadt Valdez und auf Steuerbord können wir die riesigen Tanks und Anlagen der Endstation der Trans-Alaska-Pipeline deutlich erkennen.
Dennoch fahren wir noch eine halbe Stunde und legen dann endlich um 1.15 Uhr am Pier in Valdez an. Wir sind schon reichlich müde, müssen aber noch bis zum Hotel durchhalten. Wir haben Glück und es werden nicht sehr viele Fahrzeuge ausgeladen. Ich hatte mich beim Ranger nach dem Aspen Hotel erkundigt und er hat mir sogar einen Plan des Ortes gegeben. Deshalb sind wir auch schon wenige Minuten später gegen 1.26 Uhr an der Rezeption. Eine füllige junge Dame in Schwarz studiert unser Voucher und gibt uns nach wenigen Minuten und einem sachkundigen Blick auf den Monitor des Computers unsere Zimmerschlüssel. Wir müssen eine Etage tiefer ins Untergeschoss und ziehen einen der Koffer hinter uns her. Wir packen nichts außer  dem Wecker aus und knallen uns sofort auf unsere Betten. Es war ein langer, aber doch irgendwie ein sehr interessanter Tag. So kann die Urlaubsreise weitergehen.

nächster Tag

 

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Hotel in Seward


Restaurant


Exit Gletscher


Fußweg zum Gletscher

 

 


Näher geht es nicht

 

 


Elchmutter mit Kalb

 

 


Wildwechsel

 

 


Tunnel nach Whittier

 

 


Einfahrt in den Tunnel

 

 


Dunkel und nass

 

 


Prince William Sound

 

 


Baustelle in Whittier

 

 


MV Aurora

 

 


Die Purserin

 

 


Das letzte Fahrzeug

 

 


Park-Ranger

 

 


MV Aurora

 

 


Kampf der Wale

 

 


Kinder in Chenega

 

 


Sonnenuntergang

 

 


Öltanker nach Valdez

 

 


Treibende Eisscholle