Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Alaska und das Yukon Territory

vom 10. Juli bis 01. August 2004

Mittwoch 14. Juli 2004

Homer - Seward

Grausamkeit kennt kein Erbarmen. So muss man es wohl nennen, wenn der Wecker unbarmherzig zuschlägt und uns aus den schönsten Träumen reißt. Der Besuch in der Otter-Bar hat diese Nachwirkungen hervorgerufen. Dafür haben uns aber die Motorbremsen der LKW’s nicht gestört. Jedenfalls müssen wir um 6.30 Uhr dennoch die Federn verlassen, denn wir haben heute eine lange Strecke zu fahren und viel vor. Nach dem morgendlichen Reinigungsritual steigen wir um 7.30 Uhr in unser Auto und fahren zu Coffee Cups. Der Parkplatz ist erstaunlich leer, soll heißen, völlig leer. Die Hütte ist recht nett mit bunten Pappmaschee–Tassen verziert, aber abgeschlossen. Kein Schild sagt uns, wann hier die Öffnungszeiten sind. Da wir jetzt auch nicht viel Zeit haben uns noch einen anderen Coffee Shop zu suchen, fahren wir zurück ins Hotel und gehen dort in den Frühstücksraum. Hier ist wieder genau so viel los wie gestern – nämlich fast nichts. Wir bestellen das gleiche Frühstück wie gestern und sind dann um 8.30 Uhr mit den Koffern an der Rezeption. Wir geben die Schlüssel vom Zimmer ab und checken aus. Danach fahren wir vom Parkplatz und machen uns auf in Richtung Seward.
Wir haben 267 Kilometer bei immer noch schönstem Wetter vor uns. Es ist sehr wenig Verkehr und wir kommen gut voran. Da wir die meisten Orte auf der Hinfahrt schon besichtigt haben, wollen wir nach Seward durchfahren. In Soldotna halten wir kurz an einer gerade geöffneten Mall an und schlürfen einen warmen Kaffee. Um 12 Uhr sind wir bereits wieder in Cooper Landing. Hier hatten wir in Richtung Homer Mittagspause gemacht und da es später in Seward hektisch werden könnte, werden wir hier eine Kleinigkeit essen. Wir entscheiden uns beide für eine Seafood-Chowder, die auch leidlich schmeckt aber lange nicht so gut wie in Ninilchik. Nach dem Besuch der Restrooms fahren wir sofort weiter. Landschaftlich ist diese Kenai Halbinsel jetzt im Sommer ein Traum. Sattgrüne Bäume, saftige Wiesen mit sehr viel Fireweed an den Straßenrändern und immer wieder idyllisch gelegene Seen mit tiefblauem Wasser. Wirklich eine wunderschöne Landschaft hier oben fast am Polarkreis. Leider wird das Wetter hinter Moose Pass zunehmend schlechter. Erst sind dünne Schleierwolken zu sehen und dann wird die Wolkendecke immer dichter und immer dunkler. Aber noch beginnt es nicht zu regnen.
Um 13.15 Uhr sind wir bereits in Seward, fahren direkt zum Hafen durch und halten vor dem blauen Gebäude von Kenai Fjords Tours. Für die sechsstündige Kenai Fjords National Park Tour um 15 Uhr für zusammen 246 US-$ bekommen wir tatsächlich noch Fahrscheine. Da haben wir noch genug Zeit, um unser Gepäck zum Hotel zu bringen. Da es hier im Hafen sowieso nur für Plätze für Kurzparker gibt, machen wir uns direkt auf den Weg zur Seward Windsong Lodge.
Gegen 13.45 Uhr stehen wir an der Rezeption und zeigen unser Voucher vor. Nach wenigen Minuten bekommen wir zwei Zimmerschlüssel und einen Lageplan der Hotelanlage. Diese Lodge besteht aus einem Rezeptionsgebäude, dem Restaurantgebäude und 6 Wohnhäusern im Blockhausstil mit je 8 Wohneinheiten. Unsere Unterkunft befindet sich im Haus Windflower, etwas abseits im Wald gelegen. Die Entfernung ist jedoch so groß, dass wir das Auto bemühen müssen. Am Blockhaus angekommen, können wir direkt davor parken und die Freude ist sehr groß, da sich unser Zimmer im oberen Geschoß befindet. 2002 hatten wir in Kanada mal ein Zimmer im Erdgeschoß und über uns wohnten damals einige Touristen vom Stamme der Vandalen. Das war wirklich nicht lustig. Als wir das zweite Mal die Treppe herunter kommen, hat sich ein kleiner Geselle über den Plastiksack einer der Reinigungskräfte hergemacht und hat überhaupt keine Scheu. Es ist ein Squirrel, das schon ein kleines Loch in die blaue Tüte gerissen hat und immer wieder mit dem halben Körper darin verschwindet. Irgendetwas Leckeres hat es wohl entdeckt und es stört ihn überhaupt nicht, dass wir keinen Meter daneben stehen und ihn gespannt beobachten. Leider haben wir nicht viel Zeit für diese „Wildtierbeobachtung“, denn wir müssen zurück zum Hafen zu unserer Schifffahrt.
Ich setze Anja um 14.30 Uhr am Hafen vor dem blauen Haus ab und fahre die zirka 800 Meter zurück zu einem gebührenfreien Parkplatz. Den Leihwagen am Hafen stehen zu lassen ist uns zu riskant, denn hier ist es nur für Kurzparken bis zu 15 Minuten erlaubt. Jetzt muss ich mich aber etwas sputen, um noch rechtzeitig zum Schiff zu kommen. Aber alles klappt wunderbar. Als ich etwas außer Puste am Anlegesteg ankomme, beginnt gerade erst das Boarding. Viele Passagiere sind es nicht und so gibt es keine Probleme mit dem Platz an Bord. Der Kapitän unseres Schiffes, der „Coastel Explorer“, legt sich schon gewaltig ins Zeug. Er gibt den Passagieren über eine Mikrofonanlage jede Menge Sicherheitsratschläge für die bevorstehende Tour und viele Prognosen, was wir für Tiere sehen werden. Es scheint eine sehr interessante Fahrt zu werden.
Gegen 15.05 Uhr legt das Ausflugsschiff vom Steg im Hafen von Seward ab und nimmt Kurs auf die Hafenausfahrt. Unser Kapitän hat auch gleich eine Tierbeobachtung zu melden. Mitten im Hafen auf der Mastspitze eines Segelschiffes sitzt ein Weißkopf-Seeadler und schaut misstrauisch nach unten. Aber er kennt natürlich die Bewegungen der ein- und ausfahrenden Schiffe genau und bleibt ruhig sitzen. Hinter der Hafenausfahrt gibt der Kapitän Gas und es geht in eiliger Fahrt in die Resurrection Bay hinaus. Nach ein paar Meilen die Küste entlang wird das Schiff langsamer und stoppt dann völlig. An Steuerbord liegt ein Seeotter ganz zutraulich auf dem Rücken im Wasser und streicht sich mit seinen Vorderpfoten über die Barthaare. Natürlich haben wir sofort unsere Kameras im Anschlag und legen los. Das Fotografieren klappt ja so einigermaßen, aber das Filmen ist eine einzige Katastrophe. Durch den Wellengang in der Bucht dümpelt und rollt das Schiff gewaltig und mit dem Zoom kann ich das Tier nicht ruhig filmen. Hoch, runter, seitlich weg – beim Filmen selbst fällt einem das noch nicht einmal so stark auf, bei der Auswertung hinterher kann ich nur noch fluchen.
Weiter geht es nun immer direkt an der Küste entlang. Das Ufer ist hier steil und aus purem Fels. Direkt oberhalb der Wasserlinie stehen die ersten Bäume und hin und wieder können wir ein Seeadlernest entdecken. Einige sind sogar bewohnt und es sind auch Adler darin. Aber hier gibt es für den ambitionierten Fotografen und Filmer gleich zwei Hindernisse. Wieder das schwankende Boot und dann das Nest hoch oben im Wipfel des Baumes. Von unten lässt sich so ein Vogel eben nicht aufnehmen, er wird von Zweigen und von seinem Nestbau verdeckt. Wir geben aber nicht auf denn noch haben wir gute 5 ½ Stunden Fahrt vor uns.
Das Schiff wechselt die Seite der Resurrection Bay und fährt auf Fox Island in eine Bucht. Hier macht die „Coastel Explorer“ an einem abenteuerlichen Steg fest und entlässt 5 Passagiere, die auf dieser Insel wandern und auch übernachten werden. Das Schiff überquert wieder die Bay und passiert hinter Calisto Head den Bear Gletscher. Hin und wieder begleitet uns eine Tümmlerschule und schwimmt seitlich vor dem Schiff in unsere Richtung. Immer wieder tauchen die kurzen Rückenflossen der Tiere aus dem Wasser auf, um nach dem Luftholen wieder im kalten Nass zu verschwinden. So geht es weiter bis zu Cheval Island. Hier stoppt der Kapitän das Schiff in einer Bucht und schaltet auch den Motor aus. Er macht eine Durchsage, dass es hier Buckelwale geben soll. Darauf sind wir nun wirklich nicht vorbereitet. Wir dachten, dass diese Tiere weit draußen im offenen Meer leben, nicht aber hier direkt an der Küstenlinie. Zuerst tut sich nichts, aber nach wenigen Minuten hören wir ein Schnaufen und ein Ah und Oh von Passagieren. Mist, wir stehen genau auf der falschen Seite des Schiffes. Das Geräusch kommt von der anderen Seite und ist das Atmen eines Buckelwales. Sofort und wie von einer Tarantel gestochen strömen wir zur gegenüber liegenden Seite. Zum Glück ist das Schiff weniger als zur Hälfte besetzt, sonst würde es wohl kentern. Jeder möchte natürlich den Wal sehen und stiert gierig auf die Wasseroberfläche. Die Worte des Kapitäns trösten uns nicht als er sagt, dass so ein Wal durchaus bis zu zwanzig Minuten tauchen kann. Egal, irgendwann muss er ja mal wieder Luft holen. Und hoffentlich bleibt das Schiff auch so lange hier liegen. Aber der Wal tut uns den Gefallen und taucht erneut auf. Zuerst hören wir sein Ausblasgeräusch und sehen die kleine Wasserfontäne, die über seinem Blasloch entsteht. Nach dem Atmen ist das Blasloch wieder verschwunden und es kommt seine schmale Rückenflosse zum Vorschein. Danach ist er wieder abgetaucht. Leider sehen wir seine Schwanzflosse nicht. Genau das hätten wir gerne gesehen, weil wir es vorher schon öfter in tollen Tierdokumentationen im Fernsehen gesehen haben. Nachdem dieser Wal noch weitere zweimal unspektakulär auf- und wieder abgetaucht ist, wechselt unser Schiffsführer den Standort in dieser Bucht. Am nächsten Stopp haben wir etwas mehr Glück. Ein anderer Buckelwal taucht rechts vor dem Bug auf. Die Bucht ist an dieser Stelle wohl tiefer und der Wal zeigt tatsächlich seinen „Tale“. So nennt der Kapitän die Aktion des Wales, wenn er beim Abtauchen seine Schwanzflosse in voller Pracht aus dem Wasser hebt. Genau das wollen wir sehen und genau deshalb sind wir auch nach Alaska gereist. Uns fehlen die Worte vor lauter Begeisterung.
Es ist bereits 17 Uhr und zwei Stunden sind schon vergangen. Der Kapitän steuert sein Schiff um das Ajalik Cape herum und nimmt Kurs auf die Ajalik Bucht. Auf einem Felsen vor Chat Island verlangsamt er die Fahrt und wir können sehr gut eine kleine Herde Steller Seelöwen beobachten. Die Tiere räkeln sich faul auf dem nackten Fels und röhren missmutig in unsere Richtung. Vielleicht stören wir sie bei ihrem Verdauungsschlaf.  Auch diese Aufnahmen sind nicht gut für eine Vorführung zu gebrauchen, denn das Schiff wackelt hier noch viel mehr, da das offene Meer nicht mehr weit ist und die Wellen höher sind. Danach fahren wir weiter in die Ajalik Bucht hinein. Unser Kapitän dreht plötzlich sein Ruder herum und steuert das Schiff in eine kleinere Bucht. Wir können nicht erkennen warum, aber ich beobachte ihn, wie er mit einem Fernglas in ein Schneefeld knapp oberhalb der Küstenlinie schaut. Aus dieser Entfernung kann ich so eben zwei kleine, dunkle Punkte erkennen, die sich scheinbar bewegen. Ich bringe meine Videokamera in Anschlag und stelle das Zoomobjektiv auf zwanzigfache Vergrößerung. Damit suche ich das Schneefeld ab, was wegen der Schiffsbewegungen fast unmöglich ist. Doch plötzlich sehe ich es auch. Es sind zwei junge Schwarzbären, die sich selbst umkreisen und miteinander spielen. Der Kapitän verlangsamt die Fahrt und fährt so dicht wie nur irgend möglich an das hier flache Ufer heran. Nach seiner Lautsprecherdurchsage geht ein Raunen durch die Passagiere und alle starren gebannt auf das Schneefeld. Die beiden Bären kämpfen immer noch miteinander und stellen sich manchmal auf die Hinterpfoten, um einen Ringkampf zu vollführen. Unser Kapitän kommentiert das mit den Worten: „It’s Wrestling Time“. Auch hier in der stillen Bucht schwankt das Schiff leicht und ich habe bei höchstem Zoomfaktor arge Schwierigkeiten, ein ruhiges Bild zu bekommen. Nach zirka fünf Minuten haben sich die beiden Bären hinter einer Strauchgruppe unseren Blicken entzogen. Das Schiff tuckert ein ganzes Stück rückwärts, wendet und nimmt wieder volle Fahrt auf.
Wir sehen auf unsere Uhr und stellen fest, dass es bereits 18 Uhr ist. Von einer freundlichen Stimme werden wir darauf hingewiesen, dass jetzt ein warmes Essen serviert wird. Es gibt eine Portion gegrillten Lachs mit Beilagen. Getränke wie Wasser, Kaffee oder Tee sind während der gesamten Fahr sowieso frei. Nur Softdrinks müssen extra bezahlt werden. Ich besorge uns zwei Cola, weil wir jetzt beim Sitzen doch eine kleine Müdigkeit verspüren. Während des Essens passieren wir den Three Hole Point, eine seltsame Felsformation mit drei ausgewaschenen Löchern an der Küstenlinie. Die Wetterbedingungen werden immer schlechter, je tiefer wir in die Ajalik Bucht einfahren. Dass wir in den Fjord zum Holgate Gletscher abbiegen, können wir wegen der immer dichter werdenden Nebelwand nicht sehen. Es fängt leicht an zu regnen, es ist mehr ein feiner Wassernebel und der Fahrtwind wird schneidend kalt. Die meisten Passagiere ziehen sich wieder in das Innere des Schiffes zurück. Kurz vor der Treibeisgrenze am Holgate Gletscher stoppen die Maschinen des Schiffes. Der Bug zeigt genau auf die gewaltige Eiswand, die ca. 500 Meter vor dem Schiff aus dem Meer aufragt. Näher können wir nicht heran, denn das Packeis wird schnell dichter und hohe Wellen von großen Eisabbrüchen könnten das Schiff gefährden. Das wissen auch die vielen Robben, die überall in Gletschernähe auf den Eisschollen herumlungern. Wenn die tonnenschweren Eismassen unter ihrer eigenen Last bersten, können wir immer wieder ein lautes Knallen wie bei einem Gewehrschuss hören. Kleinere Eisbrocken brechen aus der Eisformation und poltern mit lautem Getöse und einem finalen Platschen ins Wasser. Unser Kapitän moderiert die ganze Zeit von seinem außerhalb der Brücke liegenden Steuerstand das Geschehen um diesen Gletscher. Dann beobachte ich, dass er nur noch durch sein Fernglas sieht und eine Stelle in der Mitte des Gletschers ununterbrochen beobachtet. Da ich noch genug Kassettenzeit und Akkuladung habe, richte ich die Kamera auch auf diese Stelle und lasse sie einfach laufen. Nach fünf ermüdenden Minuten wird seine Stimme hektischer und er prophezeit seinen Passagieren ein gewaltiges Kalben. Tatsächlich sehe ich durch das Objektiv wie ein senkrechter Spalt in der Eiswand immer breiter wird. Jetzt lasse ich die Kamera nicht eine Sekunde mehr von dieser Stelle. Und dieser Gletscher tut uns wirklich den großen Gefallen. Zuerst verbreitert sich der Spalt zusehends und dann brechen zwei riesige Stücke aus der Eiswand heraus und stürzen mit ohrenbetäubendem Poltern in die aufspritzenden Fluten. Ich schätze, dass das Stück mindestens die Höhe eines acht- bis zehnstöckigen Hauses hatte. Nach wenigen Sekunden taucht der riesige Brocken quer liegend wieder auf und verursacht eine schätzungsweise zwei Meter hohe Flutwelle. Diese erreicht aber das Schiff nicht mehr, denn der Kapitän startet die Motoren und fährt langsam rückwärts von den Eisschollen weg. Nachdem er gewendet hat gibt er wieder Gas und die Motoren brüllen auf. Es ist gespenstig in dieser Bucht. Tiefhängende Wolken, die wie in Schleiern über das Wasser wabern. Nach nur fünfminütiger Fahrt werden wir wieder viel langsamer. Wir haben es uns drinnen in der warmen Kabine gerade gemütlich gemacht, aber wir wollen ja etwas erleben. Also Kameratasche auf, Kamera herausgenommen und wieder in die Kälte hinaus. Der Anblick verschlägt mir fast den Atem. Kurz vor dem Schiff auf der Steuerbordseite sitzt ein Weißkopf-Seeadler auf einer treibenden Eisscholle und blickt argwöhnisch in unsere Richtung. Das ist wirklich ein toller Anblick, der Vogel ist höchstens zwanzig Meter von uns entfernt. Das Schiff tuckert langsam an der Eisscholle mit dem Vogel vorbei und ich kann ihn, wenn auch leicht schwankend, sehr gut filmen. Leider wehen die dunklen Abgaswolken des Schiffsdiesels in seine Richtung und das stört ihn wohl. Er krümmt sich leicht zusammen und streicht mit wenigen, eleganten Flügelschlägen auf und davon. Grandios – mehr fällt mir dazu einfach nicht ein.
Ein weiterer Blick auf die Uhr sagt uns, dass bereits zwei Drittel dieser bisher einmaligen Fahrt vorbei sind – es ist bereits 19 Uhr. Der Schiffsführer steuert seine „Coastel Explorer“ um das Ayalik Cape herum und überquert in rasanter Fahrt die Resurrection Bay um am Cape Resurrection den nächsten Stopp einzulegen. Er steuert ganz dicht an eine Grotte heran, in deren höhlenartiger Vertiefung in den steilen, fast senkrechten Wänden tausende von Vögeln nisten. Wir sehen die putzigen Papageientaucher (Puffins) mit ihren lustigen Gesichtern und die wie Pinguine dahinwatschelnden Trottellummen. Immer wieder stürzen sie sich ins Wasser, um kurze Zeit später mit einem zappelnden Fisch im Schnabel wieder aufzutauchen. Seitlich vom Schiff liegt erneut ein Seeotter auf dem Rücken im Wasser und beobachtet uns. Langsam tuckern wir weiter und sehen noch sehr viele Nistkolonien dieser Seevögel. Nach einer Weile kommen wir noch an einem Felsen vorbei, der steil mitten aus dem Wasser ragt. Auf ihm lümmeln sich an die 15 Steller Seelöwen herum, röhren sich gegenseitig an und kämpfen um die besten oberen Plätze. Uns ist es völlig schleierhaft, wie diese auf dem Trockenen sehr unbeholfen wirkenden Tiere überhaupt die steile Kante des Felsens überwinden können, um nach oben zu gelangen. Da haben die bestimmt irgendeinen Trick gefunden.
Ziemlich genau um 21 Uhr sind wir wieder im Hafen von Seward und diese spektakuläre Fahrt mit ihren vielen Höhepunkten ist leider vorbei. Alles, was wir nur leicht gehofft hatten zu sehen, haben wir gesehen. Und das ist einfach fantastisch. Nun müssen wir nur noch die 800 Meter zum Parkplatz überwinden und dann dürfen wir zum Hotel. Die ersten Meter fester Boden unter den Füßen sind etwas ungewohnt, aber bald haben wir den Leihwagen erreicht und verstauen unsere Ausrüstung hinter der Heckklappe.
Um 21.30 Uhr sind wir im Hotel und auf unserem Zimmer. Wir machen den Fernseher noch an, aber die 6 Stunden gute Seeluft lassen uns bald sanft entschlummern.

nächster Tag

 

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Freie Fahrt in Alaska


Abzweigung nach Seward


Büro Kenai Fjords Tours


Hungriger Squirrel

 

 


Seeadler auf Segelboot

 

 


Seeotter im Fjord

 

 


Wilde Küstenlandschaft

 

 


Volle Kraft voraus

 

 


Tümmler auf Futtersuche

 

 


Buckelwal

 

 


"Tale"

 

 


Gut gelaunter Kapitän

 

 


Steller Seelöwen

 

 


Three Hole Point

 

 


Schneefeld mit ??? -

 

 


- 2 jungen Bären

 

 


Seehunde auf Eisscholle

 

 


Gletscherkalben 1

 

 


Gletscherkalben 2

 

 


Seeadler auf Eisscholle

 

 


Steller Seelöwen

 

 


Abschied vom Schiff