Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Rocky Mountaineer Railtour


Flug mit dem Hubschrauber

über das Columbia Icefield

im Banff Nationalpark

Donnerstag 27. Juli 2006

Flugroute des Helicopters - Klick für große Bilder

In unserem Urlaub 2002 waren wir vom Icefield Center am Icefields Parkway mit einer Snow Coach auf den Athabaska Gletscher gefahren. Das war bei sehr schönem Wetter ein tolles Erlebnis. Der Aufenthalt mitten auf dem Gletscher innerhalb einer grandiosen Bergkulisse bleibt eine unauslöschliche Erinnerung. Schon bei der Planung unseres Urlaubes 2006 haben wir wetterabhängig die Möglichkeit eines Hubschrauberfluges erwogen. Diese einmalige Bergwelt auch einmal aus der Vogelperspektive zu sehen, ist ein großer Wunsch von uns.
Dafür muss aber das Wetter mitspielen und das zierte sich am frühen Morgen am Lake Louise noch gewaltig. Hier hatten wir eine geschlossene Wolkendecke, die nur hin und wieder einmal für einen kurzen Moment aufriss und die Sonne für wenige Augenblicke durchblinzeln ließ. Wir machen einige Fotos und fahren nach dem Frühstück auf den Icefields Parkway. Hinter der Kontrollstelle für den Parkpass stoppen wir einige Male an Haltepunkten mit schönen Fotomotiven. Aber der Herbert Lake, der Crowfoot Gletscher und der Bow Lake sind bei wolkenverhangenem Himmel nicht wirklich fotogen. Das hatten wir 2002 schon wesentlich besser erlebt. Also fahren wir nach nur kurzen Stopps weiter und schleichen im Urlaubertempo bis zur Saskatchewan Crossing.
Hier stoppen wir und halten Kriegsrat, da wir eine Entscheidung treffen müssen. Bis zum Cline River Heliport am Abraham Lake sind es gute vierzig Kilometer. Der prüfende Blick gen Himmel sagt uns, wir können es zumindest einmal versuchen. Inzwischen ist es wieder etwas wärmer, die Wolkendecke ist höher gezogen und es sind vereinzelte Wolkenlücken zu sehen. Die vierzig Kilometer haben wir in einer guten halben Stunde geschafft und um 12.15 Uhr sind wir am Heliport.
Es ist nichts los, wir sind das einzige Auto auf dem Parkplatz für die Kundschaft. Aber die Tür des Office steht auf und so muss jemand da sein. Wir betreten das Büro und zwei sehr junge Ladies strahlen uns an. Mutig treten wir in die Verhandlungen ein. Da der einstündige Flug für zwei Personen sehr teuer ist, erkundigen wir uns zuerst nach den Wetterkonditionen am Columbia Icefield. Das ist einige Kilometer weg und dort in den Bergen kann das Wetter ganz anders sein als hier draußen vor dem Gebirge. Eine der jungen Ladies telefoniert mit irgendwem und erzählt uns, dass beste Flugkonditionen herrschen, nur die Gipfel des Snow Dome und des Mount Columbia seien wenige Meter in den Wolken. Wir ziehen uns einen Meter von der Theke zurück und halten Kriegsrat. Ich bin bei der Bundeswehr und später auch auf der Düsseldorfer Kirmes mit einem Hubschrauber geflogen und fand es ganz toll. Für Anja währe es der erste Hubschrauberflug überhaupt und wir haben uns auf dieses Ereignis sehr gefreut. Nach kurzer Diskussion sind die Würfel gefallen, wir werden es wagen und das viele Geld ausgeben. Nachdem die finanziellen Formalitäten erledigt sind, müssen wir unsere vollständigen Personalien angeben. Wofür wohl??? Dann fragen uns die netten Ladies, ob wir einen deutschsprachigen Piloten bevorzugen, was wir sehr gerne annehmen. Wir haben noch 10 Minuten Zeit und ich filme die Helikopter und das schmucke Holzhaus mit dem Office. Den kostenlosen Kaffee verschmähen wir vor dem Flug, denn ein Helikopter hatte keine Bordtoiletten.
Dann hören wir plötzlich eine Stimme, die mit französischem Akzent fragt: „Sind Sie bereit?“ Es ist Fabrice, ein sehr gut aussehender Elsässer aus Colmar mit seinem gewinnenden Lächeln. Sogleich ist unser mulmiges Gefühl in der Magengegend weg. Dieser sympathische Mensch wird uns schon sicher und heil wieder zurückbringen. Er gibt uns direkt in seinem Akzent die Sicherheitsbelehrung für den Hubschrauber. Wir müssen immer gebeugt auf das Fluggerät zu- und wieder weggehen. Der Rotor ist je nach Wind nicht immer waagerecht unterwegs. Auch dürfen wir auf gar keinen Fall den Hubschrauber nach hinten verlassen, da gibt es den gefährlichen Heckrotor, der wie ein Mixer alles zerkleinern würde. Nach dieser Belehrung führt uns Fabrice auf die 3 bereitstehenden Hubschrauber zu. Wir müssen wir uns vor den weinroten Hubschrauber stellen und werden vor dem Flug fotografiert. Danach steigen wir ein. Fabrice hat vorher bestimmt, dass Anja vorne neben ihm sitzt, der Charmeur, und ich darf (muss :-( ) nach hinten. Wir krabbeln in die Maschine und schnallen uns an. Von außen sieht der Helikopter recht geräumig aus, hinten ist er jedenfalls sehr eng.
Fabrice drückt einige Knöpfe, startet die Turbine und der Rotor beginnt langsam mit seinen Umdrehungen. Nach ca. drei Minuten haben die Rotorblätter ihre volle Leistung und um 12.40 Uhr heben wir ab. Zuerst steigen wir ganz langsam und schweben rückwärts. Nach kurzem Halt fliegen wir nun immer schneller werdend vorwärts zwischen dem See und dem Highway entlang. Kurz vor der Mündung des Cline River in den See biegt unser Pilot nach rechts ab und fliegt ganz langsam an Höhe gewinnend den Fluss entlang. Nach wenigen Minuten haben wir die Flughöhe von 3000 Metern erreicht. Es ist ein wunderbar ruhiger Flug ohne hektische Bewegungen in irgendeine Richtung. Über unsere Kopfhörer können wir alle mit Fabrice sprechen und hören auch seine Erklärungen über die Landschaft unter uns. Der Höllenlärm der Turbine direkt über uns und der Rotorblätter wird durch die Kopfhörer sehr gut gedämmt. Nur an der Videokamera muss ich auf die manuelle Tonaussteuerung umschalten und die beiden Regler ganz herunter drehen.
Die ersten Minuten fliegen wir immer den Cline River entlang. Am Cataract Creek fliegt Fabrice eine leichte Rechtskurve. Hier sehen wir aus der Luft die Felsformationen der aufgeschichteten Erdplatten, die so vor hunderttausenden von Jahren ein Gebirge entstehen ließen. Danach überfliegen wir den Icefields Parkway und den Saskatchewan Gletscher. Wir sehen die nur noch schmale Eiszunge und können aus der Luft hier oben sehr gut sehen, bis wohin dieser Gletscher in seiner besten Zeit gereicht hatte. Es ist erschreckend, was hier in der Natur vor sich geht. Kurz danach sind wir über dem Columbia Icefield. Rechts zweigt der Athabasca Gletscher ab, auf dem wir 2002 mit der Snow Coach waren. Das Eisfeld ist bis zu 300 Meter dick und hat gewaltige Ausmaße. Geradeaus erahnen wir den nur leicht verhüllten Gipfel des 3520 Meter hohen Snow Dome Berges. Hier macht unser Pilot eine leichte Linkskurve und fliegt jetzt in südliche Richtung. Der höchste Berg ist der Mount Columbia mit 3750 Metern, der jetzt rechts von uns zu beobachten ist. Wir fliegen nun südöstlich immer auf der Grenze zwischen Alberta und British Columbia entlang bis zum Lyell Icefield und am 3505 Meter hohen Mount Lyell vorbei. Hier dreht Fabrice wieder auf nordöstliche Richtung und der Rückflug beginnt. Es geht wieder über den Parkway, wir sehen die hochalpinen Michelle Lakes und wunderschöne Wasserfälle. Hinter dem Minster Mountain sind wir wieder im Tal des Cline River und ganz in der Ferne ist bereits wieder der Abraham Lake zu erkennen. Leider ist eine Stunde mit diesen tollen Erlebnissen sehr schnell vorbei. Fabrice fliegt eine leichte Kurve und nähert sich ganz langsam seinem Landeplatz am Heliport. Insgesamt gibt es hier drei Hubschrauber für Rundflüge.
Die Bodencrew ist auch schon da und unser Pilot setzt die Maschine sanft und unmerklich auf den Boden auf. Die Crew öffnet für uns die Türen und schirmt den hinteren Weg zum Heckrotor ab. Der Sicherheitsstandard ist wirklich hoch. Gebückt verlassen wir die Landezone und gehen noch zum Office. Hier bekommen wir jeder noch eine Urkunde mit der geflogenen Route und wir können einen A 4 großen Druck des Digitalfotos kaufen. Stolze 20 Dollar soll es kosten, aber gegen den Flugpreis sind das jetzt nur noch „Peanuts“. Jetzt trinken wir einen Kaffee und nehmen ein paar Kekse, die hier als Service angeboten werden. Fabrice gesellt sich zu uns und wir unterhalten uns noch zehn Minuten mit ihm über seine Heimat und seine weiteren Absichten hier in Kanada. Dann muss er aber weg, die nächsten Fluggäste warten bereits. Kurze Zeit später sind alle Hubschrauber unterwegs. Wir trinken den Kaffee aus und verlassen das Office. Ich filme noch einen der Hubschrauber bei der Landung, dann steigen wir in unser Auto und fahren zurück auf den Highway.
Auch hier muss noch eine kurze Nachbetrachtung folgen. Es war ein wirklich großartiges Erlebnis, das man nur sehr selten auf einer Urlaubsreise verwirklichen kann. Ein Hubschrauber fliegt nun mal langsam und bietet zumindest dem Passagier auf dem vorderen Sitz einen einmaligen Blick auf das Panorama. Genau informieren kann man sich auf der Internetseite der Firma Icefield Helicopter Tours. Da gibt es die angebotenen Touren und die aktuellen Preise zu sehen. Unser Flug würde jetzt, 2008, zwanzig kanadische Dollar mehr kosten, und das bei den erhöhten Spritkosten.
Die schönsten Bilder gibt es auf der Bilderseite zu bewundern. Einfach auf ein kleines Bild dieser Seite klicken.

Und wer mehr über West-Kanada erfahren möchte, klickt über Home auf den ganzen Urlaub in Kanada 2006.
Natürlich würden wir uns auch über einen Eintrag in unser Gästebuch oder einen Kommentar bei www.pervan.de sehr freuen.

 

 

 

 

 

 

 

Klick für große Bilder:

Das Wetter meint es sehr gut mit uns - wieder Sonnenschein
Büro am Heliport

Es warten drei Helikopter auf einen Flug
3 Helicopter gibt es hier

Von Fabrice bekommen wir eine Einweisung
Unser Pilot Fabrice

 

 

Vor dem Flug noch ein letztes Foto
Vorher noch ein Foto

 

 

Das Ergebnis
Ergebnis

 

 

Knopfdruck und die Turbine startet
Start der Turbine

 

 

Zuerst am Cline River entlang Cline River Tal

 

 

Der Pinto Lake in Sichtweite Pinto Lake

 

 

Kurz vor dem Columbia Icefeld Columbia Icefield

 

 

Der Snow Dome am nördlichen Rand des Columbia Icefields Snow Dome

 

 

Die Michelle Lakes Michelle Lakes

 

 

Anflug mit einer großen Schleife auf den Heli-Port Der Heliport ist in Sicht

 

 

Die Sicht des hinteren Passagiers auf das Fluggeschehen Kurz vor der Landung